Bauzeit und Nutzung
Ein vorgegebenes Ziel, sowohl seitens der Gemeinde Lahnau und des HessenForstes, als auch grundsätzlich der Qair Deutschland GmbH, ist eine waldschonende Bauweise. Bei der Planung nutzt Qair bestehende Infrastruktur (Forstwege) und setzt Spezialequipment ein, um den Eingriff in den Wald zu minimieren. Zudem werden gerodete Flächen wieder aufgeforstet oder durch Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung (z.B. Extensivierung von Monokulturen) kompensiert. Da immer eine vollständige Kompensation stattfinden muss, geht durch den Bau und Betrieb von WEA kein Wald verloren. Zusätzlich bietet sich die Chance mit der Pacht eine ökologisch sinnvolle Umgestaltung (Anpassung an extremeres und trockeneres Klima) des Waldes zu finanzieren. Mit den Mehreinnahmen durch Pacht und kommunale Beteiligung können u.a. auch bestehende Wanderwege gepflegt oder neue angelegt werden, um den Naherholungswert des Waldes zu steigern.
Auf diese Weise bleiben Waldökologie, Forstwirtschaft, Jagdbetrieb und nicht zuletzt auch der Erholungsraum für die Waldbesucher erhalten und werden langfristig als Antwort auf den Klimawandel sogar verbessert.
Grundsätzlich setzt der Klimawandel den Wald und die Forstwirtschaft unter großen Druck. In vielen Regionen sind durch Windwurf, Trockenheit, Borkenkäfer etc. - sowie in dieser Region durch den zweipunktigen Eichenprachtkäfer - Kalamitätsflächen entstanden, also Massenerkrankungen von Waldbeständen. Ein Ausbau der regenerativen Energien ist dringend notwendig und hilft letztendlich auch dem Wald.
Die geforderte Tragschicht beträgt in der Regel 4,5 Meter Breite. Da die Zuwegung entlang bestehenden Forstwegen geplant wird, müssen diese nur verbreitert werden. Üblicherweise haben Forstwege eine Breite von 3 Metern, so dass diese um 1,5 Meter verbreitert werden und in Kurven je nach Winkel mehr. Es ist mit einer verhältnismäßig geringen notwendigen Ertüchtigung der Zuwegung zu rechnen. In der Regel ist der Rückschnitt schon nach einem Jahr weitgehend eingewachsen und optisch nicht mehr erkennbar.
Die Zufahrten werden, wie Forstwege, mit einer Schottertragschicht in Körnung 0/56 aufgebaut und lagenweise mit Walzenzug verdichtet. Die Dicke des Schotterpolsters hängt vom Untergrund ab. Bei sehr weichem Untergrund kann auch unterhalb zuerst eine Schicht Schroppen (0/200) eingebaut werden. Das Material kommt aus lokalen Steinbrüchen, dabei werden alle Auflagen aus der Genehmigung erfüllt (z.B. Kategorie LAGA Z0 für Einbau im Trinkwasserschutzgebiet). Die Zufahrten werden wie normale Forstwege erstellt und entwässert, i.d.R. mit 1-2 % Neigung und Wasserführung mit Durchlässen an den notwendigen Stellen.